Meine Philosophie

 ...beruht auf einer bedürfnisorientierten Beziehung zwischen Mensch und Hund. 


Was heisst das genau?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir uns erst einmal klar darüber werden, was die Rolle von Hunden heute bedeutet. Diese Rolle hat sich nämlich unglaublich stark gewandelt.
 
Früher ging es im Zusammenleben zwischen Hunden und Menschen vor allem darum, dass Hunde als Arbeitstiere für den Menschen funktionieren und dessen Anweisungen gehorchen. Sie wurden als reine «Gebrauchstiere», die arbeiten mussten, gehalten. So halfen sie beim Jagen, hüten von Herden und dem schützten von Gebäude oder Menschen. Bei der «Erziehung» war dabei ganz klar, dass der Hund seine Aufgaben gehorsam und verlässlich erledigt. Zeigte der Hunde unerwünschtes Verhalten, dann trieb ihm sein Besitzer dies durch Strafen aus, oder ein solcher Hund wurde dann als «nicht funktionierendes» Tier einfach nicht mehr weiter durchgefüttert. In dieser Zeit lebten nur sehr wenige Hunde als reine Familienhunde und wenn, dann meist nur in reichen Familien. In den letzten 50 Jahren hat sich das sehr stark gewandelt. 
 
Heute sind die meisten Hunde zu «Sozialpartner» für uns geworden. Das Verhältnis hat sich demnach genau umgekehrt. Es gibt zwar immer noch «Arbeitshunde», sogar in wirklich spannenden und neuen Einsatzgebieten wie dem Erschnüffeln von Krankheiten und Allergie-Auslösern, oder sie begleiten und unterstützen Menschen mit Beeinträchtigungen. Die überwiegende Mehrzahl der Hunde aber lebt heute als Familienhund. Er soll sich also als Sozialpartner in unser alltägliches Leben einfügen. Soll mit Kindern sicher umgehen können, mit anderen Hunden gut klarkommen, uns überall hinbegleiten, sei es ins Restaurant oder in Fussgängerzonen in der Stadt und er soll zeitweise auch alleine zu Hause bleiben können. 

Unser Wunsch dabei ist es, dass der Hund unsere emotionalen Bedürfnisse nach kuscheliger Nähe, entspanntem Zusammensein und geteilten schönen Momenten in der Natur erfüllen kann. Dabei hat unsere «Menschenwelt» kaum noch etwas mit der ursprünglichen Lebensweise von Wildhunden zu tun. Und trotzdem schaffen es viele Hunde, weil sie so anpassungsfähige Tiere sind, gut in ihr zurechtzukommen. Dazu brauchen sie jedoch uns Menschen als verlässlichen und kompetenten Sozialpartner, der ihnen Verständnis, aber auch einen klaren Rahmen und Sicherheit bietet. Und genau da setzt das bedürfnisorientierte Hundetraining an!
 
Ein wichtiges Stichwort für den Weg in eine «bedürfnisorientierte Beziehung» zwischen Mensch und Hund ist die BINDUNG. Zum Glück für unsere Hunde hat sich in den vergangenen Jahren nicht nur seine Funktion in unserem Leben gewandelt, sondern auch unseren Blick auf ihn. Auf Grund neuester wissenschaftlicher Studien und dank aufmerksamen Beobachtungen von Hunde-Besitzern und Trainer*innen, verstehen wir die Hunde heute viel besser. Hunde sind hochsoziale, kooperative und emphatische Tiere, die mit Menschen und anderen Hunden starke Bindungen eingehen. Dabei können sie sehr differenziert auf uns eingehen. 
 
Am Verhalten von Hunden, mittels Scan des Gehirns und dem Messen von Bindungs- oder Stress-Hormonen im Blut, kann nachgewiesen werden, wie ein Hund auf verlässliche, zugewandte Beziehungs-Angebote, oder aber auf abweisendes, unvorhersehbares oder gar bedrohliches Verhalten von Menschen reagiert. Das ist also keine Theorie oder Meinung, sondern Wissenschaft! Bedürfnisorientierte Hundeerziehung beginnt demnach immer mit einer guten Beziehung zwischen Mensch und Hund. 
 
Die Basis für eine sichere Bindung ist das VERTRAUEN meines Hundes, dass ich seine Grundbedürfnisse verlässlich erfüllen kann und will. Dieses muss ich mir, im Übrigen genauso wie bei menschlichen Beziehungen, aktiv aufbauen und langfristig erhalten. Darüber hinaus muss mein Hund bei mir zur Ruhe kommen können, seine Individualität leben können und das oberste Ziel von uns Hundehaltern muss es sein, unserem Hund den Rahmen und die Möglichkeit zu geben, seine Selbstverwirklichung, im Sinne vom Erreichen seines eigenen und vollen Potentiales, zu ermöglichen.